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150 Jahre sind vergangen, seit der Brandenburger Ernst Jungck zum Stadtpfarrer in Sigmaringen und zum Seelsorger für die Evangelischen in ganz Hohenzollern ernannt wurde.

 

150 Jahre Evangelische Kirchengemeinden in Sigmaringen und in Hohenzollern

150 Jahre sind vergangen, seit der Brandenburger Ernst Jungck zum Stadtpfarrer in Sigmaringen und zum Seelsorger für die Evangelischen in ganz Hohenzollern ernannt wurde. Das Jahr 1853 ist daher als Gründungsjahr der evangelischen Kirchengemeinden in Hohenzollern anzusehen. Zuvor wurden die Evangelischen vom Hofprediger Moritz Dietz und württembergischen Pfarrern betreut, ohne dass es zur Bildung von Kirchengemeinden kam.

Nach 150 Jahren wollen wir uns unserer Wurzeln erinnern, Rückblick in unsere Vergangenheit und Ausschau in die Zukunft unserer Gemeinden halten sowie die spezielle Identität unserer Gemeinden pflegen und erhalten. Etliche Veranstaltungen finden anlässlich dieses Jubiläumsjahres statt.

Seit dem Jahr 1950 gehören wir der evangelischen Landeskirche in Württemberg an. Zuvor bildeten die fünf Kirchengemeinden in Hohenzollern den selbständigen Kirchenkreis der hohenzollernschen Lande innerhalb der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union. Dieser Kirchenkreis war der Aufsicht der rheinischen Kirchenbehörden unterstellt, ohne jedoch ein Teil der Evang. Kirche im Rheinland zu sein.

Kurzführer durch die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde

Ein markanter Punkt im Sigmaringer Stadtbild ist der schlanke Turm der neugotischen Evang. Stadtkirche. Friedrich August Stüler, ein Schüler Friedrich Schinkels, entwarf die Pläne für Kirche und Pfarrhaus. Er leitete auch selbst die Bauarbeiten. Der Grundstein wurde am 18. April 1861 gelegt. Am 2. Advent, 14. Dezember 1862 wurde die Kirche festlich eingeweiht.
Die Kirche und das mit ihr durch einen Arkadengang verbundene Pfarrhaus, bilden ein denkmalgeschütztes Ensemble zusammen mit dem 1880/81 erbauten jetzigen Gemeindehaus. Der Historismus des 19. Jahrhunderts prägen auch die Architektur. Von der ursprünglichen Innenausstattung ist uns wenig erhalten. Die mehrfachen Renovierungen unterlagen dem jeweiligen Zeitgeschmack.
Die Chorfenster stiftete König Wilhelm I. von Preussen 1863, die Jugendstil-Fenster im Schiff und in der Rosette Fürst Wilhelm von Hohenzollern 1911. Der Taufstein ist ein Geschenk des Erbprinzen Leopold von Hohenzollern und seiner Gemahlin, einer Infantin von Portugal. Am Fuss des neugotischen Taufsteins ist die Jahreszahl 1862 und das hohenzollern-portugiesische Allianzwappen angebracht.
Die Kreuzigungsgruppe im Chor über dem Altar ist eine Replik. Das Original aus der Ulmer Syrlinwerkstatt hängt in der Kirche in Königseggwald. Die gute Replik ist ein Geschenk eines Gemeindegliedes. Die Johannesminne unter der Orgelempore ist ebenfalls eine Replik. Das Original dieses Andachtsbildes aus dem 13. Jahrhundert stammt aus dem Kloster Inzigkofen und befindet sich in der Skulpturengalerie der Stiftung Preussischer Kulturbesitz in Berlin.
Das Gemeindehaus wurde als evangelische Schule erbaut. Als Gemeindehaus blieb es trotz mehrfacher Umbauten ein Provisorium bis zur Erweiterung und Umgestaltung in den Jahren 1992-1994. Es entstanden unter anderem ein Saal mit hervorragender Akustik, mehrere Räume für Gemeindearbeit, für Diakonie, moderne Büroräume und eine Vikarswohnung. Insgesamt ein schönes, den Bedürfnissen der Gemeinde angemessenes Haus.
Das Ensemble Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus drückt den Auftrag aus, wie sie ihn die protestantische Kirche seit der Reformation sieht: Verkündigung von Gottes Wort und Seelsorge, Diakonie und Volksbildung.

Überblick über die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde

1833 Die Verfassung des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen erlaubt Evangelischen den Erwerb des Bürgerrechts und die freie Religionsausübung. Einer Bildung evangelischer Gemeinden im Lande steht damit rechtlich nichts mehr im Wege.
1840 Erster evangelischer Gottesdienst in der Schlosskirche Sigmaringen, bis 1862 Ort evangelischer Gottesdienste in Sigmaringen.
1850 Hohenzollern wird preussisch. Bei einer ersten Zählung finden sich im Lande 486 Evangelische.
1853 Der Brandenburger Ernst Jungck (+ 23.23.1869) wird zum Seelsorger für die Evangelischen in Hohenzollern bestellt. Sein Dienstsitz ist Sigmaringen.
1855 Bildung eines Vorläufigen Kirchenvorstands. Damit hat Sigmaringen als erste Kirchengemeinde innerhalb der heutigen Grenzen der Württ. Landeskirche einen für die Belange der Gemeinde voll verantwortlichen und entscheidungsbefugten "Kirchengemeinderat".
5.6.1861 Errichtung zweier evangelischer Pfarrsysteme in Hohenzollern: Sigmaringen und Hechingen (mit Filiale Haigerloch). Die Kirchengemeinde Sigmaringen reicht jetzt nur noch von Gammertingen im Norden bis zum Hohenfelser Land im Süden.
Die Gemeinden gehören der preussischen Landeskirche nicht an. Das Recht, bei ihren Mitgliedern Pflichtbeiträge zu erheben haben sie nicht. Wirtschaftlich sind sie angewiesen auf freiwillige Gaben der Gemeindeglieder, Gnadengeschenke des Königshauses, freiwillig gewährte Zuschüsse aus dem Kollekten-Fonds der preussischen Landeskirche und Zuwendungen des Gustav-Adolf-Vereins.
1861/62 Bau der Evang. Stadtkirche und des Pfarrhauses. Den Grund hat Fürst Karl Anton von Hohenzollern gestiftet, die Baukosten übernimmt König Friedrich Wilhelm IV. von Preussen.
1868 Einrichtung einer Evang. Volksschule im Pfarrhaus. Diese wird als öffentliche Schule anerkannt. Damit beginnen die Auseinandersetzungen mit der Stadt Sigmaringen um die Unterhaltspflicht, die sich über vier Jahrzehnte hinziehen.
1874 Ephoralsprengel Hohenzollern: der Sigmaringer Pfarrer C. Nitzsch wird Dienstvorgesetzter der Pfarrer von Hechingen und Haigerloch und führt den Titel Superintendent. Die Gemeinden behalten aber ihre Selbständigkeit und gehören nach wie vor nicht zur Landeskirche. Das Recht, sich zur Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen zu einer Synode zusammenzuschiessen, wird ihnen ausdrücklich verwehrt. Im Grunde haben die drei Kirchengemeinden in Hohenzollern zu dieser Zeit denselben Status wie die deutschen evangelischen Auslandsgemeinden in Rio de la Plata und Beirut.
1880/81 Bau der Evang. Schule, erweitert 1889 - heute Gemeindehaus.
1889 Einrichtung eines ständigen Vikariats in Sigmaringen, das bis 1980 besteht.
1896 Einrichtung einer Gemeindeschwesternstation, die mit zwei Diakonissen aus dem Mutterhaus Freiburg besetzt wird.
1889 Kreissynodalordnung für Hohenzollern. Die mittlerweile fünf hohenzollerischen Gemeinden bilden miteinander den Selbständigen Kirchenkreis der Hohenzollerischen Lande innerhalb der Evang. Landeskirche der älteren Provinzen der Monarchie, seit 1922 Evang. Kirche der altpreussischen Union - gewissermassen eine eigenständige Provinzialkirche ohne eigene Kirchenleitung. Der Kirchenkreis ist der Dienstaufsicht der rheinischen Kirchenbehörden unterstellt, ohne jedoch ein Teil der Evang. Kirche im Rheinland zu sein.
Mit dieser Neuordnung, die am 1.1.1899 in Kraft tritt, erhalten die Gemeinden das Steuerrecht; sie werden aber auch zu den Lasten der Landeskirche herangezogen.
1908 Auf Grund des preussischen Schulunterhaltungsgesetzes vom Jahr 1906 geht die Evang. Volksschule in die Trägerschaft der Stadt über. Damit hat zwar der Streit mit der Stadt ein Ende. Die Gemeinde verliert aber entschädigungslos ihr gesamtes Schulvermögen und damit auch das Schulhaus, das sie jedoch 1912 wieder zurückkaufen kann.
1909 Die Kirchengemeinde übernimmt die Trägerschaft einer nominell paritätischen, aber nur von evangelischen Schülerinnen besuchten Höheren Töchterschule, die seit den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts besteht.
1910 Bau der Kirche in Straßberg, die bis zum heutigen Tag Eigentum der Kirchengemeinde Sigmaringen ist.
1914 Am Epiphaniasfest nimmt zum letzten Mal Kaiser Wilhelm II. am Gottesdienst in der Evang. Stadtkirche teil. Superintendent J. Theobald wird danach von S. M. "in längerer huldvoller Audienz auf dem Schlosse empfangen."
Die Kirchengemeinde zählt jetzt etwa 1200 Glieder. Predigtstellen sind Sigmaringen, Straßberg und Wald, Krauchenwies wird wegen zu geringer Beteiligung aufgegeben.
1920 Die finanzielle Not nach dem 1. Weltkrieg ist gross. Der Kirchensteuersatz steigt 1929 auf über 30 % der Staatssteuern - der höchste im gesamten Bereich der Evang. Kirche der altpreußischen Union. 1927 wird die Höhere Töchterschule aufgegeben, da sie keine Staatszuschüsse mehr erhält und 1929 auch die Gemeindeschwesternstation, die nicht mehr finanziert werden kann.
1933 Eigenwillig verhalten sich die Gemeinden Hohenzollerns im Kirchenkampf. Der deutschchristlichen Kirchenleitung in Berlin bzw. Koblenz/Düsseldorf hält man die Treue, verweigert aber gleichzeitig den Deutschen Christen kirchliche Räume für deren Veranstaltungen. Vikare, die sich der Bekennenden Kirche anschliessen, werden unverzüglich nach Hause geschickt. - Die Diaspora-Situation soll nicht durch kirchenpolitische Kämpfe verschärft werden.
1945 Der Württ. Oberkirchenrat übernimmt nach Kriegsende kommissarisch die Kirchenleitung für Hohenzollern, "bis die Verkehrsverbindung mit dem Rheinland wieder besser werden."
1947 richtet der Kirchenkreis eine Stelle des Evang. Hilfswerks zur Betreuung der vielen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge im Gemeindehaus ein. Die Zahl der Gemeindeglieder steigt bis 1950 von etwa 1200 auf über 2350 an.
1.4.1950    Eingliederung der hohenzollernschen Gemeinden in die Evang. Landeskirche in Württemberg.
1956 Weihe der neuen Glocken. Am Tage der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht zieht Pfarrer Manfred Stohrer eine schwarze Fahne am Kirchturm auf.
1959 Sigmaringen wird Sitz eines evang. Militärpfarrers.
1962 Renovierung der Stadtkirche
1964 Bildung einer rechtlich selbständigen Militärkirchengemeinde. Die Soldaten und deren Familienangehörige gehören nicht mehr zur Evang. Kirchengemeinde Sigmaringen.
1967 Die Militärkirchengemeinde erhält ihre eigene Kirche, die Kreuzkirche.
1980 Errichtung des Pfarramtes II
1983 Neue Orgel mit 21 Registern in der Stadtkirche
1992-94 Die seit dem Rückkauf des ehemaligen Schulhauses im Jahr 1912 erträumte, aus finanziellen Gründen aber nie realisierte Umgestaltung des Gebäudes zu einem richtigen funktionsfähigen Gemeindehaus wird endlich Wirklichkeit.
1994 Errichtung einer hauptamtlichen B-Kirchenmusikerstelle an der Stadtkirche
1999 Renovierung der Kirche unter stilistischer Hinwendung an die Neogotik.
2007 - 2009 Aussenrekonstruktion der Stadtkirche, Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands der Stadtkirche.
2013 Am 1. Advent wählen die Mitglieder der Kirchengemeinde und der zu diesem Tag von Militär- und Landesbischof aufgelösten Militärkirchengemeinde einen gemeinsamen Kirchengemeinderat.
2015 Renovierung v.a. des Daches der Kreuzkirche
Außenrenovierung des Gemeindehauses
  Die Kirchengemeinde bietet ausser dem Sprachkurs für Zugewanderte (seit 1998) weitere Möglichkeiten zum Spracherwerb (DialogCafé, u.a.) für Flüchtlinge aus der Erstaufnahmestelle in der Kaserne an.
Ein syrisch-orthodoxer Gottesdienst findet in der Kreuzkirche statt in arabisch, aramäisch und deutsch.

Kontakt

Evangelische Kirchengemeinde Sigmaringen
Karlstr. 24 | 72488 Sigmaringen

Gemeindebüro: 07571 683010
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